Die estnische Universitätsstadt Tartu

Stadt der küssenden Studenten

Estland – das ist für die meisten Besucher die Kapitale Tallinn. Hier schlägt das wirtschaftliche Herz des Landes, sagen die Hauptstädter. Tartu aber ist der Kopf des Landes, die »Stadt der guten Gedanken«. Das behaupten, kaum verwunderlich, die Einwohner der südestnischen Stadt. Und das voller Stolz. Von Thomas Krämer (Text & Fotos)

»Nein«, sagt Alexander, »beschreiben könne er die Stadt nicht«. Der Deutsche lebt nun seit rund acht Jahren in Tartu, hat zuerst als Lehrer gearbeitet, verdient sein Geld nun als Übersetzer. So muss man sich die Frage stellen: Ist die Stadt unbeschreiblich? Die Suche nach einem Bild, vielleicht sogar einer Bildergalerie von Tartu führt vom Fluss Emajõgi an prächtigen Häuserfassaden vorbei unweigerlich zum Rathaus. Hier stößt man zuallererst auf zwei sich seit einem Jahrzehnt innig küssende Studenten. Das Denkmal inmitten eines Brunnens ist inzwischen zum heimlichen Wahrzeichen der 100.000-Einwohner-Stadt avanciert.

Ab in den Karzer

Die wahre Bedeutung der Stadt fußt jedoch auf der Universität. Unterschrieben wurde deren Gründungsurkunde vom schwedischen König Gustav Adolf II. 1632 im Kriegslager in Nürnberg. Die fast vierhundertjährige Geschichte macht die Universität zu einer der Ältesten in Nordeuropa. Die einzige Volluniversität prägt die Stadt ganz erheblich. Das liegt zum einen am knapp 200 Jahre alten Hauptgebäude, das sich mit seiner Säulenfront zwei Straßenecken vom Rathausplatz entfernt in den winterlichen Himmel erhebt. Zum anderen liegt dies an den 20.000 Studenten. Und das hinterlässt vielerlei Spuren. Repräsentative in Form einer prächtigen Aula, aufschlussreiche im Karzer. Zwei Wochen, so liest man an der Wand, war ein gewisser Studiosus Edgar Frisch hier an einem Tisch verbannt. Über Generationen wurde in dem abgeschiedenen Kämmerlein gezeichnet, geschrieben und gerechnet – vielleicht auch deshalb, weil die mehr oder weniger eifrigen Studenten endlich einmal die Zeit dazu hatten. Während in den Hörsälen und Laboratorien überwiegend mit dem Kopf gearbeitet wurde und wird, ist bei der Antoniusgilde Handwerk gefragt – und das in seiner ursprünglichen Form. Wer durch die Räume des Handwerkerhofes läuft, vergisst fast, dass es einmal eine industrielle Revolution gegeben hat. Stoffe werden von Hand gefärbt, Leder gegerbt, Holzfiguren geschnitzt, Krüge getöpfert. »Wir wollen«, sagt eine der Gildefrauen, »die alte Handwerkstradition nicht in Vergessenheit geraten lassen« – und beugt sich wieder über ein Stück Stoff. Dem Himmel so nah Vom Unigelände führen einige Wege auf einen Hügel hinauf. Durch die Zweige der Bäume blickt man auf die Stadt hinunter und kann sich das sommerliche Studentenleben vorstellen: Das findet dann zumindest teilweise auf dem Rasen rund um den Hügel statt. Jetzt aber bläst ein kalter Wind durch die Mauerreste des Doms. Im 15. Jahrhundert wurde der letzte Stein gesetzt, bevor der livländische Krieg und ein Brand im Jahr 1624 der dreischiffigen Basilika ihre Herrlichkeit nahmen. Doch immer noch ist die Dimension der Ruine zu erahnen, deren Schöpfer das Bauwerk zum Himmel streben ließen. Über die Teufels- oder die Engelsbrücke gelangt man beim Stadtspaziergang zu einem anderen Gebäude, bei dem es um den Himmel geht. In der Sternwarte von Tartu beobachteten Anfang des 19. Jahrhunderts die Astronomen mit dem größten Linsenfernrohr der damaligen Zeit den Himmel. Bodenständig Ein ganz anderes Bild bietet sich im Holzhausviertel der Stadt, das von dem großen Stadtbrand im 18. Jahrhundert vergleichsweise wenig in Mitleidenschaft gezogen worden war. Hinter den Latten eines lange Zeit verwahrlosten Hauses findet man heute eine der populärsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Es ist nicht der KGB-Keller, der an ein schwarzes Kapitel in der Stadtgeschichte erinnert – nein, es ist das Spielzeugmuseum. Seit gut zehn Jahren stellt Tiia Toomet dort Kinderspielzeug aus und dokumentiert damit auch ein Stück Historie, wie sie Kinder erleben. Puppenstuben und Dioramen, Brettspiele und Metallflugzeuge, auch Schaukelpferde hat die Gründerin und Direktorin zusammengetragen. Eines wird dabei klar: So unterschiedlich die Welten auch sind, in denen Kinder aufwachsen – ihr Spielzeug ähnelt sich doch sehr. »Überschaubar ist die Stadt, klein aber voller Leben«, erzählt Alexander zum Schluss des Gespräches noch. Dass der Lebensstil auf angenehme Weise langsamer sei als in den Großstädten – und dass es nicht zuletzt durch die vielen Studenten ein vielfältiges Kulturangebot gebe. »Geh’ doch einmal in eine der vielen Kneipen, den Pulverkeller zum Beispiel,« empfiehlt er, »dann verstehst du vielleicht, warum diese Stadt für mich eine Liebe auf den zweiten Blick war.«



Info
Fremdenverkehrszentrum Tartu
Raekoja plats 14, EST-51004 Tartu
Tel. +372-744 2111

info@visittartu.com ,
www.visittartu.com

Anreise
Estonian Air fliegt mehrmals wöchentlich von
Frankfurt und Hamburg nach Tallinn. Der Einfachflug ab Hamburg kostet ab 58 Euro zzgl. Gebühren. Von Tallinn aus verkehren mehrmals täglich Busse und Züge nach Tartu. Die Fahrtzeit beträgt rund zweieinhalb Stunden.

www.estonian-air.de

Reisen nach Estland bieten an:
DerTour Baltikum
Tel. 069-958800

service@dertour.de ,
www.dertour.de

Mare Baltikum Reisen
Tel. 040-494111

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Schnieder Reisen
Tel. 040-3802060

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Schiffstaufe in Kiel

Stürmischer Empfang für MS Color Magic

Veronica Ferres, A-ha und Wencke Myhre mit von der „Party“


Gut vertäut vor den Auftakt. (Hier geht es zur Bildergalerie)

Nach einer stürmischen Überfahrt mit Windstärke 9 in den Spitzen traf das neue Kreuzfahrtschiff mit Autodeck der norwegischen Reederei am Samstagvormittag pünktlich in Kiel zur Taufzeremonie ein.
Mit einem überwältigenden Willkommensgeleit hießen die Kieler und viele von weither angereiste Schaulustige das Schwesterschiff der MS Color Fantasy in der Förde willkommen. Während Wencke Myhre gemeinsam mit Partner Anders Elias als eine von vielen Ehrengästen die Premierenfahrt privat begleitete, erschien Veronica Ferres mit dem Seenotrettungskreuzer Berlin pünktlich am Kai zur Taufzeremonie. Sogar für einen norwegischen Taufspruch hatte sich die Schauspielerin vorbereitet, bevor sie den Mechanismus für das schwungvolle Zerschlagen der Champagnerflasche auslöste.

Um 12.59 zerschellte der Taufsekt am Bug der MS Color Magic – das bunte Volks- und Tauffest am Bollhörnkai konnte weitergehen. Morten Harket und seine Kollegen von A-ha heizten den Besuchern bei blau-weißem Himmel mit einem Best-Of-Konzert dann noch weiter ein. (ls)



... mehr über das stimmungsvolle Tauffest lesen Sie in der Nordis-Ausgabe 6/07.
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Ferienhausurlaub für Körper, Geist und Seele

In den Dünen von Südwestjütland

Von Anja Rösner (Text & Fotos)

Raus aus dem Alltag: Die einen zieht es ins Clubhotel, um sich körperlich fit zu halten, die anderen auf den berühmten Jakobsweg, um zu geistiger Erkenntnis zu gelangen, die dritten wiederum ins Kloster, um innere Einkehr und Ruhe für ihre Seele zu finden. Wir versuchen keck und dreist, alles unter einen Hut zu kriegen und fahren ganz unspektakulär nach Dänemark, in ein Ferienhaus am Ringkøbing Fjord.

Der Weg ist das Ziel, sicher kein schlechter Gedanke zu Beginn einer Ferienreise. Doch diesmal möchten wir einfach nur ankommen. Tief im Westen gestartet geht es flott hinauf in den Norden, um das gleichmäßige Rauschen des Meeres zu hören, das uns die Gewissheit gibt, wirklich im Urlaub angekommen zu sein. Wir haben uns für ein Ferienhaus auf dem schmalen Dünenstreifen Holmsland Klit entschieden, der den Ringkøbing Fjord vom Meer trennt und damit zu beiden Seiten unterschiedliches Flair bietet: Einerseits lädt die mitunter raue Luft der Nordsee zu erholsamen Strandspaziergängen ein und soll uns kräftig durchpusten, andererseits lockt das Gebiet rund um den Fjord mit schönen Rad-, Reit- und Wanderwegen sowie zahlreichen Vogelarten. Diesen Spagat wollen wir uns erst einmal von oben anschauen und besteigen den Leuchtturm von Nørre Lyngvig. Er war der letzte bemannte Leuchtturm, bis auch er in diesem Jahr seinen Wärter abgeben musste und auf Automatik umgestellt wurde. Die Aussicht lockt. So nehmen wir die Stufen im Galopp und atmen oben erst einmal kräftig durch. Der Rundumblick auf Meer und Fjord sowie die Heide- und Dünenlandschaft, dazu der kräftig würzige Wind – ein schöner Auftakt.

Und da wir gerade in Schwung sind, geht es weiter nach Søndervig zum Golfen. Hier in Dänemark haftet dem Sport glücklicherweise nichts Versnobtes an, hier spielt die ganze Familie mit. Also können auch wir es wagen und eine sportliche Schnupperstunde nehmen, ohne auf das korrekte Outfit oder Gesprächsthema Rücksicht nehmen zu müssen. Mit Begeisterung fahren wir erst einmal mit den Golfcars über die Anlage und üben anschließend mehr oder minder erfolgreich erste Abschläge. »Linker Arm gestreckt, ruhig schlagen, den Blick dabei immer auf den Ball gerichtet, nicht hinterher schauen, Beine parallel stellen.« Kurz und knackig werden wir in die »Geheimnisse« des Golfsports eingeweiht. Und dennoch fliegt das eine oder andere Stück Rasen anfangs mit... In lockerer Atmosphäre macht’s uns allen trotzdem Spaß. Und um unseren Urlaubsansprüchen gerecht zu werden, genießen wir anschließend ein leckeres dänisches »Frokost«, also das Mittagessen, im Clubrestaurant.

Zu Gast bei des Strandvogts Frau
Nun wollen wir aber auch »geistiges Futter« und machen einen Abstecher zum Strandvogtmuseum »Abelines Gård«, das die Lebensverhältnisse eines Strandvogts zu Beginn des letzten Jahrhunderts zeigt. Dieser war verantwortlich für seinen Strandabschnitt, musste das Strandgut sammeln, Gestrandete versorgen und sein Gebiet instand halten. Nachdem ihr Mann Strandvogt Laurids Jørgen gestorben war, übernahm Abeline Christensen 1904 mit ihren fünf Kindern den Hof. 70 Jahre später wurde daraus ein Museum mit Café. Und in letzterem lassen wir uns frischen Kaffee und Zimtgebäck richtig schmecken. Nach so vielen Eindrücken fahren wir zurück in unser Ferienhaus in Klegod. Eingebettet in eine »hyggelige« Dünen- und Heidelandschaft ist es für uns der ideale Ort, Ruhe und Bewegung in Einklang zu bringen. Hier können wir abhängen und am Meer spazieren, den rauen Wind erleben und uns schon wieder auf eine gemütliche Tasse Tee freuen. Vom Sofa aus den Regen ans Fenster klatschen sehen und den Sonnenuntergang am Meer genießen.

Ja, wo fliegen sie denn?
Am nächsten Morgen starten wir wieder sportlich. Wir fahren nach Skjern Enge, um mit dem Rad ein riesiges Naturreservat zu erkunden...



....lesen Sie weiter in Nordis 5/07.
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Aktuelle Trekking-Produkte

Time to wander

Zusammengestellt von Gerhard Kraus

Schrittmacher

Das Herzstück des »Aruba« von Meindl ist ein PU-Weichtrittkeil in einer rutschsicheren Vibram Gummisohle sowie eine verstärkte Brandsohle, die für ordentliche Dämpfung, gutes Abrollverhalten und Stabilität sorgen. Beim Schaft setzen die Schuhspezialisten auf weiches Nubuk- und Velourleder. Dank der Goretex Membran bleiben die Füße trocken. Fazit: Der Aruba macht auf leichten Bergtouren, die zwischendurch auch mal nicht über Wege führen, eine gute Figur. € 135,00

www.meindl.de, Tel. 08685-7709-0

Extrem leistungsfähig

Mit dem Eta Power Kocher hat man laut Hersteller einen wesentlich geringeren Gasverbrauch, weil sich der Wirkungsgrad nahezu verdoppelt. Primus gibt einen Wirkungsgrad von 80 % an. Für die Outdoorpraxis bedeutet das, dass beispielsweise zwei Personen, die auf einer Trekkingtour dreimal pro Tag 1,5 Liter Wasser von 5° C auf 95° C erhitzen, mit einer 225 g Gaskartusche drei Tage unterwegs sein können. Mit dem Eta Power reicht dieselbe Menge Brennstoff für sechs Tage, so die Aussage der Primus Experten. Das Kochsystem umfasst: Brenner, Bodenplatte, Windschutz, 2,1 Liter Topf mit Non-Stick-Beschichtung und einem eingebauten Wärmetauscher, Topfdeckel, der auch als Bratpfanne dient. Gewicht 775 g € 99,95

www.primus.se, Tel. 02208-914761

Beinschutz bei Regen

Die Anatomic LV Pant aus 3-lagigem Dermizax von Toray, gepaart mit einem bequemen Stretchgewebe und einem funktionellen Schnitt ergibt eine komfortable Regenhose, die auf harten Berg- und Trekkingeinsätzen ihre Stärken zeigt. Die Ausstattung komplettieren wasserabweisende RV an den Fronttaschen und von den Oberschenkeln abwärts, sowie vorgeformte Knie- und Gesäßpartie, Beinabschlüsse mittels Druckknöpfen und Gürtel- bzw. Hosenträgerschlaufen. Die Hose des norwegischen Ausrüsters Bergans ist in Damen- und Herren Version erhältlich. € 249,90

www.bergans.de, www.scandic.de,Tel. 04105-6813-0

Schnell trocken

Das Power Dry Langarm Shirt mit RV genügt höchsten Ansprüchen. Bei schweißintensiven Sportarten sorgt das Polyestermaterial für schnelle Trocknungszeit und einen guten Kühleffekt. Seitliche Einsätze aus Power Dry Stretch beim Careline Thermal Plus Zip optimieren die Passform. Das Shirt des Bergsportausrüsters Millet spricht auch optisch an. € 49,90

www.millet.fr, Tel. 07023-95110 (deutscher Vertrieb Bissingen-Teck)

Fit für die Tour

Energieriegel sind die ideale Zwischenmahlzeit beim Trekking. Die Auswahl ist riesig. Squeezy Energieriegel basieren auf mittel- und langkettigen Kohlehydraten. Es gibt sie in den Geschmacksrichtungen Cola und Koffein sowie Frucht. Sie sind weizenfrei und ohne künstliche Zutaten. € 1,98 für 50 g Riegel

www.squeezygel.com, Tel. 0531-8769913

Socke nicht gleich Socke

Die aus 64 % feiner Merinowolle gefertigten Ulvang Allround Medium Socken aus Norwegen lassen sich tagelang auf Trekkingtouren tragen, ohne Druckstellen zu verursachen. Lauffläche und druckgefährdete Zonen sind durch eine separate Polsterung verstärkt. Im empfindlichen Zehenbereich reduziert eine Außennaht die Reibung. Der Materialmix (zusätzlich noch 33 % Nylon, 2 % Lycra, 1 % Acryl) sorgt nicht nur für eine gute Passform, sondern auch für eine schnelle Trocknungszeit und optimale Temperaturregelung. € 9,95

www.ulvang.com oder oder www.swixsport.de, Tel. 089-8493690