Weihnachtszauber im Göteborger Lichtermeer




Leserreise mit und 4.-6.12.2009

Deutschland

Architektur in Zeiten des Klimawandels
Im September wird die Ausstellung »instants of ARCHITECTURE« im Felleshus der Nordischen Botschaften zu »begehen« sein.

Die »Walk-in-Installation« ist der erste Teil der dänischen Ausstellungs- und Workshopreihe unter dem Titel »Architektur in Zeiten des Klimawandels« und findet im Vorfeld der Kopenhagener Klimakonferenz (12/2009) statt. Die nordischen Länder haben nicht nur ein Faible für Design und Architektur: Sie beweisen auch, dass Architektur nachhaltig sein kann.

Einen Blick auf aktuelle Visionen dänischer Architekten wirft die Ausstellung »instants of ARCHITECTURE« im Felleshus der Nordischen Botschaften. Unter dem Motto »Zurück zu den Anfängen« des Bauens haben Architekten ihre Ideen spielerisch in Workshops umgesetzt. Mit Hilfe von kleinen Holzschachteln gingen sie der Frage nach, wie man heute nachhaltig bauen kann. Herausgekommen dabei ist eine Reihe fragiler kleiner Modelle, die in einer begehbaren Gesamtinstallation aus recycelbaren Obstkisten eines Berliner Großmarkts inszeniert wurde.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Frage, was Nachhaltigkeit eigentlich ist, wie eine neue Generation dänischer Architekten damit umgeht und wie sie Nachhaltigkeit in ihre eigenen Arbeiten miteinbezieht. Dass es nicht einfach nur darum geht, Solarzellen auf Dächer zu verpflanzen, betont die Architektin Dorte Mandrup: »Ich denke, dass wir den Begriff Nachhaltigkeit in all seinen Aspekten in unser Programm einbringen müssen. So geht es zunächst darum, den Energieverbrauch zu reduzieren. Aber es geht uns natürlich auch um soziale Nachhaltigkeit, das heißt, wie ein Bauprojekt sich zu seiner natürlichen Umgebung verhält. Wenn wir z. B. an Kinder-Projekten arbeiten, ist soziale Nachhaltigkeit einer der wichtigen Bestandteile der Projektentwicklung.«

Zur Verantwortung der Architekten in Fragen der Nachhaltigkeit äußert sich Charlotte Falstrup folgendermaßen: »Auch wenn Nachhaltigkeit anfangs nicht das Hauptthema ist, kann es im Dialog mit den Bauherren (z. B. in einem Workshop) eingeführt werden und helfen, gemeinsame Ziele zu definieren.«

»Architektur in Zeiten des Klimawandels«
Felleshus der Nordischen Botschaften, Rauchstr. 1, Berlin
Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-19.00 Uhr // Sa-So 11-16.00 Uhr

I. instants of ARCHITECTURE
Eine Ausstellung von dem dänisch-französischen Architektenbüro Un Souffle sur la Ville // www.unsouffle.com.
Ausstellungsperiode: 10. bis 27. september
Ausstellungseröffnung: 9. September, 19 Uhr
Pre-Opening (meet the architects!): 9. September, 17-19 Uhr

II. Building Sustainable Communities
Eine Ausstellung des Dänischen Architekturzentrums // www.dac.dk
Ausstellungsperiode 6. bis 25. Oktober
Ausstellungseröffnung: 5. Oktober, 19 Uhr

III. New Life Copenhagen, powered by wooloo.org
Special Presentation: 12. Oktober, 19 Uhr

IV. Sustainable Architecture
Themaabend: 19. Oktober, 19 Uhr

V. Die grüne Stadt der Zukunft
Workshops für Kinder: 19. und 20. Oktober, 10-12 Uhr

Dänemark

Kunstmuseum Ordrupgaard zeigt »Edvard Munch und Dänemark«.
Umfassende Munch-Ausstellung mit teils unbekannten Werken noch bis 3. Januar 2010

Das Kunstmuseum Ordrupgaard im dänischen Charlottenlund präsentiert jetzt eine der größten Munch-Ausstellungen der letzten Jahrzehnte. Unter dem Titel »Edvard Munch und Dänemark« legt das renommierte Museum nördlich von Kopenhagen den Schwerpunkt auf die Beziehung des norwegischen Expressionisten zu seinem langjährigen Gastland Dänemark.

Mit mehr als 100 Gemälden, grafischen Arbeiten und Fotografien zeigt das Museum Ordrupgaard wie die dänischen Kunst- und Literaturszene Edvard Munchs (1863–1944) Schaffen zwischen 1890 und 1910 beeinflusst hat, welches zu bedeutenden Teilen in und um Kopenhagen stattfand.

Der international berühmte Erneuerer Munch hielt sich vor allem im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts in Kopenhagen auf – die dänische Metropole war für den Norweger eine Brücke nach Europa. Gleichzeitig pflegte Munch engen Kontakt zum dänischen Künstlerkreis um »Den frie udstilling« (Die unabhängige Ausstellung) mit bekannten Künstlern wie J.F. Willumsen, Johan Rohde oder Paul Gauguins dänischer Frau Mette. Durch diese bekam er Kontakt zur Kunst Paul Gaugins. Diese Einflüsse prägten Munchs Werke ebenso wie die Ideen des dänischen Dichters Emanuel Goldstein (1862–1921).

Gleichzeitig beleuchtet »Edvard Munch und Dänemark« Munchs schwere Lebenskrisen, die ebenfalls in die Zeit nach 1900 fielen: Neben kreativen Glücksmomenten in Tårbæk am Øresund bestimmte besonders Munchs siebenmonatiger Aufenthalt in einer Nervenklinik in Frederiksberg 1908–09 das Werk des Norwegers. In Ordrupgaard sind aus dieser Phase zentrale Arbeiten zu sehen, darunter Gemälde wie das »Selbstporträt in der Klinik« sowie Porträts seines Arztes Dr. Daniel Jacobson.

Außerdem präsentiert die Ausstellung »Edvard Munch und Dänemark« Hauptwerke wie »Nacht in Saint Cloud«, »Das kranke Kind«, »Der Kuss« und »Melancholie«. Bei den Stücken handelt es sich um Leihgaben des Munch-Museums und des Nationalmuseums aus Oslo sowie des Bergen Kunstmuseums. Hinzu kommen zahlreiche, bislang unveröffentlichte, Werke aus Privatsammlungen.

Info:
Ordrupgaard
Vilvordevej 110
DK-2920 Charlottenlund,
Tel. 0045-3964 1183,
www.ordrupgaard.dk
Öffnungszeiten: Di-Fr 13-17 Uhr, Sa/So 11-17 Uhr

Vier neue

Dänemark erhält vier neue Nationalparks, die besonders charakteristische Natur- und Landschaftsflächen des Königreiches schützen.
Der insgesamt 180 Quadratkilometer große Nationalpark Mols Bjerge umfasst die von der Eiszeit geformte Hügellandschaft der bis zu 137 Meter hohen Mols Berge und seine Umgebung auf der ostjütländischen Halbinsel Djursland. Wälder, Moore, Strände, Strandwiesen, Landwirtschaft, Dörfer und Herrenhöfe prägen die auch geologisch einmalige Natur. Im neuen Nationalpark, dessen Einrichtung bereits seit dem Frühjahr läuft, leben zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die international geschützt sind oder auf der Roten Liste Dänemarks stehen.
Gerade begonnen wurde jetzt auch mit Ausweisung und Einrichtung des Nationalparks Skjern Å in Westjütland. Der Fluss Skjern Å gilt als Nordeuropas größtes Renaturierungsprojekt. Rund um den Wasserlauf leben seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten, die das Gewässer und die offenen Heidelandschaften und Heidemoore der Region als Lebensraum nutzen. Im Fluss ist der Skjernå-Lachs zu finden, der kurz vor dem Aussterben stand. Auch Otter sind zurückgekehrt, und in Skjern Enge brüten zahlreiche Wasservögel.
Dritter neuer Nationalpark wird ab Frühjahr 2009 der Nationalpark Dänisches Wattenmeer. Er umfasst den dänischen Teil des Bioreservates Wattenmeer an der Nordsee zwischen der deutsch-dänischen Grenze und Esbjerg bzw. der Halbinsel Skallingen. Zum Schutzgebiet gehören auch die Inseln Rømø, Mandø und Fanø, das Tal Varde Ådal sowie die eingedeichten Marschgebiete Tjæreborgmarsch, Ribemarsch, Margrethekoog und Tøndermarsch. Im Wattenmeer rasten und nisten alljährlich Millionen von Zugvögeln. Hinzu kommen schützenswerte Fische und Meeressäuger wie Seehunde.
Voraussichtlich ab Herbst 2009 entsteht der vierte neue Nationalpark Kongernes Nordsjælland (Nordseeland der Könige) im Norden der Hauptstadtinsel Seeland. Den Kern des Nationalparks bilden einer der biologisch reichhaltigsten Laubwälder Dänemarks mit Naturwald und Sumpfwäldern, der Gribskov, sowie zwei der größten Seen des Königreiches – der Esrum-See und der Arresø. Beide zeichnen sich durch ein reiches und artenreiches Vogelleben aus. Früher genoss Nordseeland die besondere Gunst der dänischen Könige. Davon zeugen noch heute die vielen Schlösser wie Søborg, Gurre, Kronborg, Frederiksborg und Fredensborg sowie ihr einzigartiges Jagdwegsystem.
Dänemarks erster Nationalpark ist der Nationalpark Thy im Nordwesten Jütlands zwischen Limfjord und Nordsee.

Info:
Skov- og Naturstyrelsen, Haraldsgade 53,
DK-2100 Kopenhagen Ø,
Tel. +45-7254 2000,
www.skovognatur.dk

Hamsun-Jahr 2009

Pünktlich zum 150. Geburtstag des norwegischen Autors und Literaturnobelpreisträgers Knut Hamsun wird am 4. August 2009 in Presteid, Hamarøy, ein großes Dokumentations- und Vermittlungs-Zentrum eröffnet. Es zeigt Leben und Werk des umstrittenen Literaten. Bereits 1994 war der New Yorker Architekt Steven Holl mit dem Entwurf des Gebäudes beauftragt worden. Im Mai 2008 wurde schließlich auf dem Baugelände in der Nähe der Ruinen jenes Pfarrhofes, auf dem Hamsun einen Teil seiner Kindheit verbrachte, der Grundstein für das 120 Millionen NOK (15,8 Millionen Euro) teure Bauprojekt gelegt. Das offizielle Hamsun-Jahr soll der nationalen und internationalen Aufmerksamkeit für den Dichter Knut Hamsun (4.8.1859 – 19. 2.1952) Rechnung tragen, Informationen zusammenführen und Wissen über Werk und Leben des Autors einem breiten Publikum zugänglich machen. Vier zentrale Veranstaltungen von Februar bis September 2009 in den drei Hamsun-Gemeinden Lom, Hamarøy, Grimstad plus Oslo. Dabei wird mit den vier Orten jeweils ein Werk Hamsuns thematisch verknüpft. Für die künstlerische Professionalität und die dramaturgische Perspektive ist das Riksteatret (Regisseurin Catrine Telle) verantwortlich, für die Organisation die Nationalbibliothek im Auftrag des Kultur- und Kirchenministeriums.

Info:
www.nb.no/hamsun2009,
www.bygg.no (Norwegisch),
www.stevenholl.com (Englisch).

Island

Spurensuche in Island
Fotoausstellung von Claus Sterneck und Tina Bauer in Djúpavík, Island, am 18. Juli 2009

Die deutschen Island-Liebhaber und Fotokünstler Claus Sterneck und Tina Bauer leben und arbeiten längere Zeit in Island. In ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung zeigen sie ihre ganz eigenen Blickwinkel auf die Insel. Zu sehen sind ihre ausdrucksstarken Fotografien in der alten Heringfabrik in Djúpavík. Eröffnung ist am 18. Juli, 14 Uhr.

Civil touch in nature
„Klein ist der Mensch in Island. Die Natur in ihren Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft ist fast übermächtig auf der Nordmeerinsel. Faszinierende Gegensätze entstehen.“ Tina Bauer (32) ist Print- und Foto-Journalistin aus Stuttgart. 2008 lebte sie in Island. In ihren Fotografien nimmt sie die Fährte auf und geht auf Spurensuche – Spuren menschlichen Tuns und Lebens in der weiten, rauen, isländischen Natur. Sie zeigt Spuren menschlicher Zivilisation in der einzigartigen weiten Landschaft der Insel. „Mich fasziniert, wie klein der Mensch zwischen den Naturgewalten der Insel ist, sich unterordnen muss, die Zivilisation fast verschwindet von der Macht der Natur, so dass spannende Kontraste zu sehen sind.“ www.iceland-photography.de

„Ich will mit meinen Bildern ein anderes Island zeigen: mehr Details, aufgenommen aus einer ungewohnten Perspektive, um einen neuen Blickwinkel zu zeigen.“ Claus Sterneck aus Frankfurt am Main verbrachte seit 2003 die meiste Zeit in Island, seit September 2008 lebt und arbeitet er in Reykjavik. Claus Sterneck (38) zeigt auf seinen Fotografien Flächen und Farben, Formen und Strukturen. „Oft gehen diese verloren, da der Betrachter von der Schönheit der Natur – der Landschaft, den Farben und Lichtspielen – überwältigt ist und der Blick auf Details in den Hintergrund rückt.“ Seine kleine handliche Kamera ist quasi sein drittes Auge, „und mein Arm, meine Hand ermöglichen mir etwas aus einer Sicht zu sehen, welche die eigentlichen Augen nicht sehen oder nur schwer erkennen können“, beschreibt er. „Ich sehe etwas – sei es ein Stein, der blaue Himmel, Wellen, Pflanzen – und mein spontanes Gefühl verlangt danach, dieses Etwas mit meiner Kamera festzuhalten. Ich konstruiere nicht die Aufnahmen, richte mich bewusst nicht nach so genannten allgemeingültigen Grundsätzen eines harmonischen Bildaufbaus.“ Dadurch, dass die Aufnahmen aus dem Handgelenk heraus, spontan gemacht werden, entsteht meist eine unausgewogene Bildaufteilung, die beim Betrachter Spannung erzeugen soll. Viele der Aufnahmen sind in und um Djúpavík entstanden, wo er seit 2003 die meiste Zeit seiner Island-Aufenthalte verbracht hat. www.clausinisland.de

Über den Ausstellungsort:
Die Ursprünge des Ortes Djúpavík liegen im Fischfang. Die alte Heringsfabrik, die von 1934 bis etwa 1948 in Betrieb war, birgt heute ein kleines Museum, in dem das Arbeitsleben und der Alltag zur Hochzeit des Fischfangs gezeigt werden. Zudem finden kulturelle Veranstaltungen statt, jährlich während der Djúpavík-Tage im Sommer. Zudem gibt es Ausstellungen und Konzerte – Höhepunkt war 2006 ein Konzert der bekannten isländischen Band Sigur Rós.

Norwegen

Parlamentswahl in Norwegen, 14. September 2009

Der sozialdemokratische Ministerpräsident Jens Stoltenberg konnte sich mit einer klaren Mehrheit behaupten. Er plant die rot-rot-grüne Koalition mit den Linkssozialisten und der liberal-grünen Zentrumspartei auch in der kommenden Legislaturperiode weiterzuführen.
In der Opposition befindet sich erneut das bürgerliche Lager. Es büßte viele Stimmen ein, durch einen bis zur Wahl nicht beigelegten Streit um die Besetzung von Führungspositionen.